Die Tagebücher von Ferdinand Möhring

Die Tagebücher wurden der Möhring-Gesellschaft e. V. im August 2020 von Gerhard Szperalski geschenkt. Es handelt sich um zwei Bände aus den Jahren 1830-31 und 1834-35. Es ist nicht bekannt, ob weitere Tagebücher existieren und wo dieselben sich befinden.

Die Tagebücher wurden von Klaus-Peter Möller von der Universität Potsdam transkribiert.
Klaus-Peter Möller ist seit 1998 Archivar im Theodor-Fontane-Archiv. er veröffentlichte Publikationen zu Fontane und ist beteiligt an verschiedenen Editionen (Fontane, Feuchtwanger, Fallada).

(Transkriptionshinweise, Schema, Lesarten)

Überlieferungsgeschichte

Handschriftliche Eintragungen jeweils mit Bleistift geben Hinweise auf Vorbesitzer:

Bd. 1

  • vord. Vorsatz, unterer Rand: Gerhard Szperalski 1975
  • Rücks. erstes Blatt, unterer Rand: Dr. Karl Dreimüller 6. Juli 1965 / 239a

Bd. 2

  • vord. Vorsatz, unterer Rand: Dr. Karl Dreimüller 5. Juli 1965 / 239b
  • Gerhard Szperalski 1975

Karl Dreimüller (1904-1976) war Musikhistoriker. Gerhard Szperalski (geb. 1944) ist Cellist und Notensammler. Gerhard Szperalski hat sie nach eigenen Angaben auf einer Auktion als Beilage zu einem Noten-Konvolut ersteigert, und zwar auf einer Auktion in Köln bei Venator.

Außerdem enthalten beide Bände weitere Eintragungen, die darauf hinweisen, dass sie mehrfach im Handel waren, ebenfalls mit Bleistift im vorderen Vorsatz. Im Band 1 findet sich ein Bearbeiter-Kürzel Boe (= Hanna Strohbehn, Prokuristin bei Venator). In beiden Bänden findet sich die Nummer 3632 (Auktions-Los bzw. Katalognummer von Venator) sowie die Einlieferer-Chiffre 44/76/42. Als Beobach­tung festgehalten wird anhaltend süßlicher Geruch beim Blättern.

Materialität

Einband

2 Bände, einfache zeitgenöss. priv. Papp-Bände, Bd. 1 mit lindgrünem, Bd. 2 mit schwarzem Papier bezogen , beide Bände intakt, aber stark abgenutzt (beschabt, Ecken und Kanten bestoßen, Ecken gestaucht, Papierbezug teilweise gebrochen und glöst. Bd. 1 hinteres Vorsatz gebrochen). Bd. 1 mit grünem Kopfschnitt, Bd. 2 mit rotem Dreiseitenbeschnitt.

Größe:

  • Bd. 1 17,6 x 11 cm
  • Bd. 2 18 x 11 cm

Äußerliche Markierungen oder Beschriftungen:

Bd. 1 auf dem Rücken, nicht zuverlässig lesbar
vord. Deckel, oben rechts Name, nicht zuverlässig lesbar

Bd. 2 keine, zwei Sigellack-Reste auf dem hinteren Deckel sind offenbar versehentlich aufgebracht worden

Papier

Beide Bände sind aus geschöpftem Papier mit demselben Wasserzeichen. Allerdings unterschiedet sich die Papierqualität.

Blattgröße:

  • Bd. 1 17,3 x 10,3 cm
  • Bd. 2 17,7 x 10, 5 cm

Die unterschiedliche Blattgröße ist vermutlich durch das Beschneiden beim Binden verursacht.

Das Papier ist in Lagen geheftet. Es wurde zum Beschreiben eingerichtet, indem durch Knicken ein seitlicher Korrektur-Rand außen von ca. 2,5 bis 3 cm vorgehalten wurde, auf dem sich einige wenige nachträgliche Zusätze und Kommentare finden. Im 2. Band wird diese Eigenheit nicht mehr konsequent angewendet. Ab Bl. 45 wird kein Korrekturrand mehr vorgehalten.

Die Lagen sind unterschiedlich stark:

Bd. 1 12, 20, 12, 20, 12, 20, 12, 20, 12, 20 = 164 Bl., die letzte Lage ist aber nicht vollständig, es fehlt das Bl. 4 der Lage (herausgerissen) und am Ende sind 10 Blätter weggeschnitten. Die Umfangsangabe mit Bleistift im vord. Deckel ist 143 Bl. (nicht geprüft)

Bd. 2 8, 16, 8, 16, 8, 16, 8, 16, 8, 16, 8, 10 (das letzte Bl. als Vorsatz) = 144 Bl. Die Umfangsangabe mit Bleistift im vord. Deckel ist 135 Bl. (nicht geprüft)

Nach der ersten und vor der letzte Lagen ist jeweils 1 Bl. als Vorsatz geklebt.

Die Berchnung muss noch einmal geprüft werden, insb. die ersten und letzten Lagen mit den angeleimten Vorsatzbll. (Buchbinder fragen).

Pagination / Foliierung

Bd. 1 – durchgängig bis S. 186 von Möhring selbst paginiert, in der Regel mit Tinte, teilweise mit Bleistift, allerdings hat nicht jede Seite eine Pagina enthalten. Ab S. [187] sind die Seiten nicht mehr gezählt. Im vorderen Deckel findet sich die Angabe 143 Bl. (z. T. pag.). Diese Angaben und die Konsistenz der Zählung müssen überprüft werden. Eine durchgängige Foliierung wäre für die Bearbeitung wünschenswert. Die Paginierung beginnt mit der ersten beschriebenen Textseite. Davor finden sich 1 Bl., das als Titelblatt genutzt wurde, und 3 leere Bll.

2. Band (1834-1835) ist durchgängig mit Bleistift von andere Hand foliiert, allerdings ist die Foliierung nicht durchgängig korrekt (1 Bl. zwischen 44 und 45 ausgelassen, Bl. 125 wiederholt). Die Foliierung beginnt mit dem ersten beschriebenen Blatt, davor finden sich 3 unbeschriebene Bl., und endet bei Bl. 132, es folgen ungezählt die Bll. [133-135]. Die Umfangsangabe im vorderen Deckel 135 Bl. beruft sich auf diese Zählung.

Fast alle Seiten sind beschrieben.

Schreibmaterial

Tinte, Feder, Paginierung im 1. Bd. teilw. mit Bleistift

im 1. Band sowohl auf vord. als auch auf hint. Vorsatz Montagereste (Siegellack)