Tagebuch Ferdinand Möhring - Band 1, 1815 bis 1830

Der erste Band von Möhrings Aufzeichnungen ist physisch ähnlich beschaffen wie alle anderen Bände seiner Tagebücher und autobiographischen Aufzeichnungen. Er ist am wenigsten umfangreich, am Ende sind zahlreiche Seiten herausgeschnitten, vermutlich weil sie zu anderen Zwecken gebraucht wurden. Die Bände 1, 3, 4, 6 und 8 von Möhrings autobiographischen Aufzeichnungen und Tagebüchern sind mit Packpapier eingeschlagen und auf diesen Umschlägen von Möhring selbst beschriftet worden.  Das trifft auch auf diesen ersten Band zu, der auf dem Schutzumschlag den Titel „M[ea] Vita 1815-1830“ trägt. Vermutlich waren auch die Bände 2 und 7, die der Staatsbibliothek inzwischen von der Möhring-Gesellschaft übereignet wurden, so eingeschlagen, die Umschläge sind aber im Lauf der Überlieferung entfernt worden.

Am 24. Juni 1830 war Möhring nach Berlin abgereist, um an der Gewerbeschule zu lernen. Dieser Zäsur und der Ankunft in Berlin gelten seine ersten Eintragungen im später als Band 2 in seine autobiographischen Aufzeichnungen eingereihten ursprünglich ersten Band seiner Tagebücher. Erst Ende Oktober 1830 nahm die Darstellung die Form eines Diariums mit regelmäßigen, beinahe täglichen Aufzeichnungen an. Am 27. Juni 1831 hielt Möhring in seinem Tagebuch fest, dass er seine Lebensgeschichte von Anfang an erzählen wolle, wozu er sich schon ein Buch gekauft habe (Bd. 2, Bl. 121r). Damit notiert er den Beginn der Arbeit an dem als Band 1 seiner autobiographischen Aufzeichnungen eingereihten Band, der somit kein Tagebuch ist, sondern eine Rückschau auf die Kinderjahre bis zur Abreise nach Berlin. Auf der ersten Seite trägt dieser nunmehr erste Band die Datierung „Berlin 2. Jul. 1831“. An diesem Tag begann Möhring offenbar mit den Aufzeichnungen. Auch später reflektierte er mehrfach die Fortsetzung dieser Aufzeichnungen in seinem Tagebuch, so unter dem 8. und 27. November 1831 (Bd. 3, S. 157 und 204). Die Schreibarbeit zog sich also über Monate hin.

In diesem ersten Band seiner Autobiographie erzählt Möhring rückblickend die Geschichte seines Lebens von seiner Geburt bis zum Jahr 1830. Der Band enthält Erinnerungen an seine Kinderjahre in Alt-Ruppin, an die Eltern und seine Familie, an die Schulen, die Möhring besuchte, an seine Lehrer, Mitschüler und Freunde.  Großen Raum nimmt die Darstellung einer Reise nach Magdeburg ein. In seiner später eingetragenen Notiz vom 13 Dezember 1837 bewerte Möhring selbst diese Aufzeichnungen als „kleinlich“ und „kindisch“. Am 18. Dezember 1839 notierte er noch einmal einen Augenblickseindruck seines damaligen Lebens, das er „sehr bewegt“ und zugleich von „tonloser Monotonie“ fand. Am Ende finden sich Ansätze zu einer Genealogie der Familie. Schließlich notierte Möhring einen Erinnerungstext an die Gewerbeschule, der ebenfalls erst nach dem Abschied von dieser Schule zu Ostern 1833 eingetragen wurde.

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