Tagebuch 1815 bis 1830 - Seite 21

 

 

ders wenn ich die Gesellen zum Abendbrod=
te holen mußte, wo ich durch eine Kam=
mehr gehen mußte. Von den Gesellen
die bei meinem Vater waren ist ein gewisser
Verdelmann, der bei Vatern auch aus gelernt
hat. Da ich einmal bei ihm bin und
rede, so will ich seine Geschichte kurz und
gedrängt erzählen. Nachdem das neue
Haus gebaut war, wovon ich später noch
sprechen werde, trat er vor Vater und
bat um Abschied, damit er sich auch in
der Welt umsehen wollte könnte. Vater entließ
ihn ungern; denn er war ein sehr guter
Mensch und vortrefflicher Arbeiter. Ich
war noch klein, kann mich aber wohl erinnern
als er unser Haus verließ. Er ging nach
Hamburg [am Rand zuvor nach Preußen], um hier so lange zu bleiben,
bis er über das Alter der Soldaten
hinaus sei, um als dann wieder zu=
rück zu kehren. Es ging unter andern
noch ein andrer Geselle Hass, gebürtig
aus Alt Ruppin, nach Hamburg und hatte
das Unglück beim Baden in der Elbe
zu ertrinken. Sogleich schrieb es uns
Verdelmann, und der alte Vater des Er=
trunkenen jammerte laut, als er das