Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 104

 

 


 

7, Kampfmeyer ist der größte Thee=
reiter den man sich nur denken kann. Er hat
auch nicht viel loß. Sein niedliches Köpfchen,
(welches er zu haben glaubt), wirft er schmeichelnd
hin und her. Beständiges Lächeln umgiebt
sein Mäulchen und in manichfaltigen
Locken umwallt das Haar sein liebliches
Gesicht! – und dabei trägt er ein Rock,
der in den 7 jährigen Kriege Mode gewesen
ist. Der Narr bildet sich ein, daß ihm
jeder Lehrer, jeder Schüler, mit voller Liebe
an ihm hängt und dies bildet er sich so fest
ein, daß man sich erbrechen müßte.

8, Borchmann ist sehr fleißig und
giebt sich viele Mühe. Im Französi=
schen und Botanik weiß er was auch etwas
in Algebra.

(Fortsetzung folgt)

Am Abend machte ich ein rein Aufsatz.

    Freitag 18 Februar.

Ich stand vor ½ 8 auf. Von 11–2
machte ich Geographie. Am Abend
machte ich wieder Geographie und nachher
laß ich Chemie in Berzelius. Um
9 ½ Uhr ging ich zu Bett.

Weder Chlopitzky noch Diebitsch ist
erschossen und beide stehn sich feindseelig
gegenüber.

Heute Abend habe ich ein Brief von Vater
zu Bergmann getragen – .