Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 141

 

 

und Beneke wiederrief es auch. Borch=
mann
war bis jetzt gar nicht im Spiele ge=
kommen, sondern alles lastete auf
mich. Ich hatte mir aber vorgenommen, komt
es heraus, daß ich es gewesen bin, so sage ich auch,
daß es andere1 damit beigewesen sind; dann
dadurch konnte nur mein. NB abgeholfen
werden. Der Verdacht ruhte indeß, noch im=
mer auf mich, und um diesen Verdacht von mir zu
entfernen, kam ich auf eine List, die al=
len Grübeleien ein Ende machte.
Ich nahm nämlich Jacob bei der Hand
und sprach zu ihm: [„]Jacob! gieb mir deine
Hand und dein Ehrenwort darauf, daß du nicht
sagen willst, daß ich dir gesagt habe sagen will, wer
deinen Namen im Tagebuch eingeschrieben
hat.“ Jacob versicherte mir, daß er
das größeste Stillschweigen betrachten2
wolle. Nun sagte ich ihm grade heraus, daß
ich es gewesen werde. Er stand da wie eine
Bildäule, denn sein Wort konnte
er nicht brechen und so wurde diesmal das Unglük
verhütet, durch welche Borchmann das erste
und ich das zweite NB bekommen hätte.
Jacob strich nachher aus, was wir geschrieben hatten,
und so war die spaßhafte und doch ernsthafte
Geschichte zu Ende.


1 Buchstabendreher.

2 Buchstabendreher.