Tagebuch 1831 bis 1832 - Seite 17

 

 

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Am Sylvester Abend Vormittags war
ich auch bei ihr, wo wir beide Quatre mains
spielten; ich spielte natürlich alles vom
Blatt, weil ich die Noten wohl von früher
kannte, aber nie wieder angesehen hatte.
Ich konnte hiebei merken auf welche Weise
ich in der Musik fortgeschritten bin.
Wenn solche sanfte Stellen kamen, so nahm
ich mich recht zusammen, sie auch; folglich fühlte
sie, was ich fühlte.

Nachmittag ließ Vater Sichlers mit unsren
Pferden nach Ruppin fahren. Ich und Hermann
wollten erst um 5 Uhr gehen. Ehe wir gingen
gab uns der HE[rr] Assessor einige Küsse und
dann gings fort. Als wir eintraten saßen
die 4 Mädchen geschmükt da; mit Fleiß
trat ich vor Bestürzung einige Schritte zurük.
Emmy sah sehr schön aus, gefiel mir aber
nicht, denn ihr Haarputz war wie die einer