Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 113

 

 

setzte er sich auf den angewiesenen Platz hin.
Ich sahe ihn mehremale an und mußte lachen. Denn
wahrlich, er hatte das Ansehn eines
Götzen armen Sünders und seine blasse
Gesichtsfarbe bezeugte, daß die Worte Har=
tungs tief Wurzel gefaßt hatten.

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Um 4 Uhr machte ich rein Rechnen. Am
Abend repetirte ich Botanik und arbeitete
Geometrie.

    Dienstag den 1 März.

Ich stand um 7 ½ Uhr auf. In Rechnen
war Examen und meine eine Frage die ich
bekam wußte ich nicht.

Darauf war in Botanik Examen. Ich
bekam 2 Fragen. Eine wußte ich, die
andre nicht. Von 11 – 12 übte ich Klavier.
Nachmittag spielte ich auch Klavier
und arbeitete sonst nichts.

Als ich um 4 aus der Zeichenstunde kam
fing es auf eine g nicht schlechte Art an
zu schneien. Ehe der Schnee kam,
wurde es in unsere Classe so dunkel,
daß wir aufhören mußten zu zeichnen;
denn wir konnten nicht sehen. Den Tag über
bis gegen 4 war sonst wunderschönes Wetter, die
Sonne schien wie im Frühling und danach
war es, als wenn ein Sonnenfinsterniß eingetreten
wäre.