Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 121

 

 

gegangen. Dan in verschiedene Gänge in den
Thiergarten. Unter ander kam wir auch an ein großen
Platz, auf in dessen Mitte eine Statue aus Stein
stand. Koch lief hier in ein Zug in
5 Minuten 6 mal um den Platz, was keine Klei=
nigkeit ist, den er war sehr groß. Borchm
ging unterdessen weg und schnitt einige Ruthen Reis [?]
ab. Darauf gingen wir wieder ins Brandenburger
Thor hinein. Unter den Linden war
es nicht sehr voll. Wir besahn die Gemälde
von Rubens etc. Es ist ein neuer Witz zu=
gleich dabei herausgekomkmen über die polnische
Angelegenheit. Koch traf hier einen Bekannten,
ganz unversehens und zwar aus seiner Heimath nämlich
aus Treptow. Beider Freude war sehr groß.
Es ist überhaupt so in Berlin. Man darf nur, möchte
ich sagen unter den Linden spatziren gehen, so trifft
man schon Bekante.

Um 10 Uhr ging ich zu Bett.

    Sonntag den 6 März 1831

Ich stand vor 8 Uhr auf und schrieb mich in Borch=
mans
Stammbuch. Darauf arbeitete ich
Geschichte und legte mei[ne] Mineralen in
Ordnung. Bald darauf kam HE[rr] W Vogler
aus Alt-Ruppin, welcher mir Dinge von Alt=
ruppin mitbrachte. Nach dem Essen ging
er wieder von uns weg. Als ich nach Hause kam
war Adolph bei mir. Gegen Abend machte
ich Geometrie.

Bemerkung. Man sagt, daß die Polen
an ihren guten Erfolge verzweifelt hätten und
nun beschlossen hätten, sich mit den übrigen Truppen
durch Deutschland, vorzüglich durch Preußen nach Frankreich
hindurchzuschlagen.