Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 183

 

 


 

Freitag 13 Mai 31.

Ich stand um 6 ½ Uhr auf und ging nach der Schule.
Von 7 – 8 hatten wir keine Stunde, weil
H Prof. Wöhle[r] noch krank war. Nachmittag
machte ich Geometrie Algebra und lernte
englisch. Um 4 Uhr als ich kam machte ich
französische Übersetzung und Geometri. Um
9 Uhr ging ich zu Bett

    Sonnabend 14 Mai 1831.

Als ich aufstand machte ich Geometrie.
Nachmittag Geographie von Branden=
burg. Nachher machte ich Geographie und
Kirchengeschichte. Ehe ich diese Be
beiden Arbeiten gemacht hatte, war ich
mit Adolph nach der Bib[l]iothek zu Gevettner
in der Gertrauten Straße und Poststraße
Ecke gegange, wo wir für seine Schwester Aline
Bücher holten; hier sahen wir ein altes
Portrait von Friedrich II, wie er seinen
Dreihut abnimmt. Als wir zurükkamen stand
in der Alten Leipziger Straße [ein] Leichenwagen und
in der Unterwasserstraße die Leiche. Ich dachte,
daß vielleicht M. Schneider, die jetzt so krank
ist, daß sie kein Essen kochen kann, todt wäre,
aber dies wird wohl nicht der Fall sein. In der
Kurstraße war auch eine Leiche. Nachher ar=
beitete ich was, das ich aber vergessen habe.
Um 9 ½ Uhr ging ich zu Bett.

    Sonntag 15 Mai

Ich stand um 6 Uhr auf, weil ich um