Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 239

 

 


 

und rief: wer da seÿ. Ich in meiner Dummheit
sagte: ich HE[rr] Poliz[ei]rath, ich bin es.“ „Wer ist
denn der ich? Ich antworte: HE[rr] Poliz[ei]rath ich bin es,
Möhring ist es.“ Unterd Ach so! sagte er und
zog den Kopf ins Fenster wieder hinein; bald
darauf machte mir Marie auf, die schon zu Bett
gegangen war. Nachdem ich noch viel gegessen ging ich zu
Bett.

    Freitag 24 Jun 31.

Ich stand um 6 ¾ Uhr auf. Nachmittag kam Protz
zu mir, in dem Hause wo ich aß und fragte ob
ich was zu bestellen hätte, da er mit Gustav Schulz
führe. Ich sagte ihm (denn er wollte es auch)
daß er gegen 2 zu mir kommen sollte. Von 11 – 12
hatte ich englische Präparation und Nachmittag von 1 – 2 Al=
gebra auflösungen und ein Brief an Herrn
Sichler geschrieben, der ungeheu[er] fidel und
voller erlebter Witze war, die zwar kein ander[er]
verstehen wird, als er selbst, oder andre, die dabei
gewesen sind. Um 1 ½ Uhr kam schon Protz und da
fing ich erst den Brief an. Er ging noch zu Gabschu [?]
und von da nach Simonetti.1

Um 4 Uhr arbeite ich Gemotri und den Abend war
Adolph bei mir. Um 10 ging ich zu Bett.

    Sonnabend 25 Jun. 31

Ich stand um 6 ½ Uhr auf und

1 Adressbuch Berlin 1830.