Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 265

 

 


 

logische Stunden hintereinander, in welchen
er uns Mineralen (jedem einzelnen) gab,
die wir beschreiben mußten. Ich bekam
zuerst ein Mineral was ich nicht genau kannte
und daher nicht beschrieb. Dann bekam ich roth
Kupfer oxyd, auf Rothstein1 ruhend, was
ich auch erkannte und beschrieb auf #...#; hierauf
bekam ich ein Mineral, was ich vollends
für Schwefelkies hielt, und was alle auch,
die es vor mir gehabt hatten, für das=
selbe hielten. Indeß sagte mir ein
gewisser, niedlicher Junge Siebert, es sei
Kupferkies, weil es ihm Wöhler gesagt hatte
und daher beschrieb ich es auch so. Hierauf bekam
ich Schwefelkies und dann noch Schwefel=
krÿstalle.

Nachmittag machte ich lateinisch
Präparation und Übersetzung.

    Donnerstag 14 Juli

Ich stand um 6 ½ Uhr auf. Vor 11-12
1 – 2 machte ich ? weiß ich nicht. Um 10 Uhr ging ich zu
Bett, nachdem ich zuvor mit Adolph viel Vergnügen
gehabt habe.

    Freitag 15 Juli

Ich stand um 6 ½ Uhr auf. Nachmittag von 1 – 2 und von 11 – 12 machte ich englisch Exercitium und Algebra.


1 Wesentliche Bestandtheile: Magnesiumoxydul mit Kiesel (zufällig mit Exenoxyd, Thon, kohlensaurem Kalk? Wasser). Dreifacher, schiefwinklicher Blätterdurchgang. Herrschende Farbe: die rosenrothe. – Für sich vor dem Löthrohre behandelt sich dunkler (brau) färbend und dann zum braunen oder schwarzen Glase schmelzend*). Bei geringem zusatze das Boraxglas in der äußern Flamme hyazinthroth färbend, welche Farbe bei Behandlung in der innern Flamme auf der Kohle wieder verschwindet. Mittleres spezifisches Gewicht = 3,6. Glasritzend. *Diese Eigenschaft besitzt nur der reine Roth-Braunstein, nicht aber der zu Kapnik vorkommende, mit Quarz innig gemengte, in welchem Ruprecht 35,17 Magnesiumoxyd 7,14 Eisenoxyd 55,06 Kiesel 1,56 Thon 0,78 Wasser fand. Dieser wird zwar auch vor dem Löthrohre dunkler, ist aber für sich nicht in Fluß zu bringen. […] Der Rothstein darf nicht mit dem Braunspathe verwechselt werden, welcher in Siebenbürgen zuweilen den ersteren begleitet und in der Farbe Aehnlichkeit mit demselben besitzt. Das krystallisirte körnige Rothbraunsteinerz von Reuß (Min. II. 4.466.) und einigen anderen Schriftstellern ist unstreitig ein solcher Braunspath. (Joh. Friedr. Ludw. Hausmann: Handbuch der Mineralogie. Bd. 1 Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht 1813, S. 301-304).