Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 275

 

 


 

ruhten wir auf dem Wege nach Wulkow
nochmals aus, wo uns voher wahrscheinlich ein toller
Hund begegnete. In Wolkow selbst gingen
wir nach dem Hofe des HE[rrn] v. Schenkendorf
wo wir an den Brunnen Wasser tranken, indem
uns ein Bauermädchen ein messig Wasserballon
brachte. Von hier gingen wir weiter und nicht lange,
so sahe der Alt-Ruppiner Thurm hinter den
reihen S Frucht der Garben hervor. Die
Sonne war ihrem Untergange nahe und am
entgegengesetztem Ende, wo wir sie heute wie
im Purpurmeer hervortauchte, sagte sie
der müden Erde Lebewohl bis auf den
andern Morgen. Die matten Strahlen spielten
sich im Ruppinersee und schauerlich = herrlich
glänzten im Abendroth die Zinnen
und die Fenster unser[es] Ortes. Immer mehr
sank sie hinab und nur die Spitze der höchsten
Gegenstände erhielten noch ein halbes Licht, bis
sie gänzlich verschwand und eine nacht stille
Ruhe sich über das Gefilde ausbreitete.
Die Landleute kehrten zufrieden und
vergnügt nach ihren einsamen Hütten von der
Erndte zurük und schon hörten wir Alt = Ruppiner
Enrdtewagen der Stadt zueilen. Noch einige