Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 31

 

 

In Geographie habe ich wegen gu=
ter Antwort ein Lob bekommen.

Gegen 5 Uhr fing ich an zu arbei=
ten und machte reine Geographie.
Von 1 = 2 habe ich, na! million
ich habs vergessen. Heute Abend
hatte ich unbändige, grenzenlose,
fürchterliche und schreckliche Kopfweh
und ich verspürte ein[en] Anfall der
Cholera morbus. Nachher
kam Adolph Zeibbe. Um 10
Uhr kam Protz, als ich eben zu Bett
gegangen war.

    Freitag den 26 November.

Ich stand um ½ 8 auf. Um 10 Uhr
arbeitete ich Chemie und Deutsch.
Ich las in der Zeitung, daß die Cholera
morbus
dadurch gehemmt werden
könne, wenn man die von dieser
Seuche angesteckte Städte und
Dörfer rin[g]sherum das dürre Gras
und das Heideskraut anzünde, auch wohl
Pulverdampf aufligen lasse. Ich kann mir
dieses Mittel nicht recht erklären, nur
so viel, daß das Feuer die atmospherische
Luft zersetzt und den Sauerstoff extracten Stoff wegnimt.
Im menschlichen Körper muß der Sauerstoff aber
sein, damit das Blut seine Röthe behal=
ten muß. Wahrscheinlig soll uns die Luft, welche
des Sauerstoffs nicht beraubt ist, den Sauerstoff