Tagebuch 1831 bis 1832 - Seite 129

 

 

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eine italienische Arie von Rossini, die
für die Altstimme geschrieben war, sehr schön.
(Sie ist auch Altistin).

Dann spielte der Concertgeber
Leon de Saint=Lubin eine
eigne Composition mit einer Fertigkeit und
Grazie, daß alles in Erstaunen gesetzt
wurde, und daß HE[rr] Spontini seinen Bei=
fall durch ein beständiges Klatschen darthat.
So was habe ich noch nie gehört. Er griff hinauf
bis bis wo mir wo das schwarze anfängt auf
der c Seite, und dabei so rein, so rein,
so zart, wie Gold und Liebe. Den Ton
ließ er nun in dieser unergründlichen
Höhe verhallen. Seine Statur entspricht
nicht seiner Seele, denn die Töne, die von
seinen Gedanken hervorbrachten sind, entzücken
überall. In der unmenschlichen Höhe blieb
doch der to Ton so zart und anmuthig – wehmüthig,
daß man ganz hingerissen wurde.