Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 12

 

 

war weggegangen. Ich habe mich viel
geärgert; denn ich mußte im Dunkeln sitzen,
weil das Mädchen auch nicht zu Hause war.
Darauf ging ich um die Zeit zu vertrei=
ben nach dem Fenster, welches zum Hofe
herausführt. Dorthin lag die liebe Hei=
math, trübe war der Himmel bewölkt
und zwischen den grauen Gensdarme Thürm[en]
blikte kein freundlicher Stern. Sehn=
suchtsvoll wünschte ich mich bei den Meinen, aber
kein Strahl der Hoffnung konte mich eher
noch Weihnachte zu Ihnen führen. Thrä=
nen standen mir in den Augen, wen
ich nach Hause dachte und alle vereint doch da
sitzen würden, ohne den Kumer eines dazu=
gehörigen zu ahnen. In demselben
Augenblicke trat Anne mit dem Lichte
in der Hand aus der Stube und hierauf zün=
dete ich denn ein Licht an. Nicht lange
nachher ging zu Bett, denselben Abend
war Frantz bei mir.

    Montag den 1 Novembre 1830

Ich stand den Morgen gegen 7 Uhr
auf und lernte ein wenig französisch. Diesen
Tag fingen wir in Mathemathik bei HE[rrn]
Steiner1 die Bestimtheit der Dreiecke
an und in Mineralogie zeichnete ich
zuerst eine Pÿramide. – . Nachdem
ich gegessen hat trug ich ein Bibliothek


1 Jakob Steiner (1796-1863).