Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 225

 

 


 

und sie mir gehorchen! Gott! Gott! Groß bist
Du, und Großes hast Du erschaffen gethan!
auch das kleinste Würmschen giebst Du seinen
Unterhalt, das geängst[ete] Thierchen, welches wir nicht
erblicken können, hat Deine allmächtige Hand
belebt und versorgt! In stummen Entzücken
muß ich vor Dir niederfallen und Dich anbeten, an=
beten zu Deines Namens Ehre! Gott! Vater
und Erhalter des Menschen, beschütze Du uns
vor allen Leiden, die uns bedrohen und schon
dazu se da zu sein scheinen. Laß meine
Mutter, Vater, Geschwister und alles war mir
theuer lebe ist lange leben, damit sie, wenn
Du willst, Freude an mich haben.“

    Immer dunkler wurde der Wald und der
Gesang der Nachtvögel schweigt, nur die Nachti=
gall schlägt ihr trauerndes Lied und mit ihr verließ ich
meinen Sitz und trat meinen Rückweg an.

    Ich ging zu Franz Arndt, von da aber
nach Hause und zu Bett. (Im Thiergarten habe ich noch einen neuen
Beweis des Pythagoras gesucht, aber keinen gefunden).

    Mittwoch 15 Jun.

Ich stand um 7 ¼ Uhr auf. Nachmitag arbeitete
ich Geographi und danach lateinisch Präparation.
Heut war ich zum erstenmale ins Labora=
torium und habe mit ein gewissen Kampfmeyer
unt[er] Aufsicht des Prof. Wöhler Stärke ge=
macht.

Bemerkung. Graf Diebitsch Sabalkans-
ky ist am 10 Juni Mitags 1 Uhr gestorben.