Tagebuch 1830 bis 1831 - Seite 257

 

 


 

gesungen, daß einem die Haare zu
Berge standen. O! Spohr! Spohr!
Sowohl sanft, schwermüthig, als auch kraft=
voll und imposant!

Die Jessonda machte Mad. Seidler
auf die ausgezeich[net]ste Weise. Ihre Hauptstell[en]
sind folgende: gleich in der ersten Arie:
A Die ihr Fühlende betrübet, ward von
ihr meisterhaft, ja hinreißend gesungen,
aber wer gab die Musik? es war Spohr!
Dann: Ich hatt‘ entsagt der Erde Freuden. und
auch vorzüglich: hohe Götter, schauet nieder
Es ist viel, was diese Sängerin leistet. Eine
klangvolle Stime, mit Sanftheit weichheit [?],
gaben dem Ganzen ein angenehmes Hören. Ihre
Gestalt etc. und auch Kostüm waren gewählt,
und daher entsprach auch das Äußere ganz dem Inner[n].
Amazili wurde von Frl von Schät=

zel sehr gut gegeben. Mit ihrer klangvollen
Stimme verband sie jenes anmuthige Wesen,
womit man so sehr die Schätzel rühmt.
Sie hat mir sehr gefallen wegen ihrer schö=
nen Stimme und auch wegen ihr angenehmes Äußere.
Nadori gemacht von HE[rrn] Bader ist eben=
falls außerordentlich. Er sang in mehr[eren] Parthien
vorzüglich, wie‘s auch einem Bader zukommt.
Dandau Oberbramin gemacht von